Kurzweilig-unterhaltsam-anregende 30-Jahre-Jubiläumsfeier im Kultursaal Mettersdorf.

Die Liste der Ehrengäste, die Obfrau Erna Safran begrüßte, war lang. Bei einem derart engagierten Verein war es aber nicht verwunderlich, dass Bundesratsvizepräsident Mag. Ernst Gödl, Bürgermeister OSchR Walter Eichmann, Vizebürgermeister Karl Bohnstingl, Gemeindekassier Johann Goigner, Frauenbewegung-Bezirksvertreterin Hermelinde Sauer, Altbürgermeister Johann Tomberger, JVP-Sprecherin Lisa Kainz, VTG-Obmann Johann Kölbl, Gründungsobfrau Leopoldine Kniepeiss, ESV-Obmann Wolfgang Hermann, HBI Markus Kainz und PGR-Vertreterin Maria Hermann der Einladung folgten. „Gemeinsam haben wir vieles bewegt“, dankte die Obfrau ihren Vorgängerinnen für ihren Einsatz.

„Was stellen Sie sich unter einer Frauenbewegung vor?“, richtete Moderatorin Lisbeth Schröttner mit einer Frage den Fokus auf die Silbe Bewegung. Denn die Bewegung, das Anstoßen von Aktivitäten und das Vorantreiben von Ideen seien immer das Motiv der ehrenamtlichen Arbeit der Frauenbewegung im sozial-öffentlichen Bereich gewesen. „Manchmal wundere ich mich selbst, wo wir die Kraft hernehmen“, bezeichnete sie Muttertagscafé, Suppensonntag, Flohmarkt, Woazbrot’n und Info-Veranstaltungen als Möglichkeiten, Mittel zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aufzutreiben.

Diese Vielfalt an Aktivitäten war in der anschließenden Präsentation im Bild nachzuschauen. Aus Archiven, alten Fotos und früheren Unterlagen hatte das Powerpoint-Team Bilddokumente aus der Anfangs- bis zur Jetztzeit zusammengetragen. „Vielleicht erkennt sich die eine oder andere wieder“, warnte Lisbeth Schröttner vor einem Zeitsprungschock. In der Tat: Das Raunen, Schmunzeln und bisweilige laute Lachen zeigten, dass sich – etwa beim Foto vom Badeausflug – die Zeiten doch einigermaßen geändert haben. Aus dem Mix, der vom Männerkochkurs über die Modeschau bis zum Weihnachtsbasar reichte, soll die Schaffung des Stainztaler Dirndls hervorgehoben werden, das sich großer Beliebtheit über die Ortsgrenzen hinaus erfreut.

„Ich war schon vor zehn Jahren dabei“, hatte sich Festredner Mag. Ernst Gödl, seinerzeit der jüngste Bürgermeister Österreichs und heute Vizepräsident des Bundesrates, das Thema „Ist die Gegenwart noch zu retten, bevor die Zukunft zu Ende geht?“ gewählt. „Wandel hat es immer gegeben“, sprach er die Schnelligkeit im Wechsel der Abläufe an, die den Menschen Angst mache. Verstärkt werde die Entwicklung durch eine starke Mobilität von Daten, Gütern, Kapital und Menschen. Das habe in Österreich und Europa Wohlstand gebracht. Die Entwicklung hin zu Demokratie, hohen Sozialstandards und dem Aufstieg von neuen Werten sei aber von einer Gesellschaft voller Widersprüche nicht ausreichend zu schätzen gelernt worden. „Viele Erwartungen der Menschen“, so Gödl, „sind heute kaum noch zu erfüllen.“

Doch was dagegen tun? Ernst Gödl brachte den Vergleich von der Schutzmauer und den Windflügeln, wobei er eindeutig den zweiten Begriff preferierte. Wenngleich die Werte Optimismus, Weitsicht und Gestaltungswillen im Großen und im Kleinen in einer Landschaft, in der politische Parteien und althergebrachte Rezepte mehr und mehr an Wert verlieren, keine leichte Aufgabe sein werde. Der Frauenbewegung wünschte er jedenfalls, den Sprung in eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.

Wie man eine Situation auch beschreiben kann, zeigten Manuela Jakob und Sabrina Tomaschitz mit ihrem „Ratschweiber“-Sketch. Mit antrainierten Ratschlägen für Frauen (Hos’n pischen ja, aber mit Stolz), Männer (Wer kampelt di morg‘n? Der Bestatter?) und dem Storch (Transporteur de Malheur) zielten sie voll auf die Lachmuskeln. Ähnlich lustig der „Ohne Worte“-Vergleich der beiden zum Thema Gesichts- und Körperpflege. Den Lidstrich der Diva egalisierte die Putzfrau mit der Schuhpaste, den Lippenstift mit Ketchup, die Haarbürste mit einem Klobesen und das Parfum mit einer Prise Maggi. Und als Zierde musste es statt eines bunten Sommerhuts ein silberner Kochtopf tun.

Apropos Zierde: Die Volkstanzgruppe Stainztal stellte einen echten Aufputz des Jubiläumsfestes dar. Mit zwei Darbietungen eroberten Obmann Johann Kölbl und seine Mitglieder tanzend, paschend und musizierend die Herzen der Besucher/innen. „Sie sind aus der Frauenbewegung heraus entstanden“, gratulierte die Moderatorin zum Fest des zehnjährigen Bestehens.

Zum Gratulieren war auch Bürgermeister Walter Eichmann in den Kultursaal gekommen. Er strich die Pole Weltoffenheit und Erdung heraus, die das Wirken der Frauenbewegung von Anbeginn geprägt hätten. „Ihr tragt ein modernes Frauenbild nach außen“, zeigte er sich stolz über die Bereitschaft der Mitglieder, ihre Talente für die Gesellschaft einzubringen. Das sei in der Altgemeinde so gewesen, habe aber auch in der Großgemeinde seine Richtigkeit. „Ich wünsche euch eine gute Zukunft“, sagte er die Hilfe der Gemeinde im Rahmen der Möglichkeiten zu. Diesem Wunsch schloss sich Hermelinde Sauer vom Frauenbewegung-Bezirksverband Deutschlandsberg mit einem Präsent, einer Torte und einem Merci für jedes Mitglied an.

Vor zehn Jahren war die Stainztaler Tracht aus der Taufe gehoben worden, zum 30-Jahr-Jubiläum präsentierten Julia und Lisa Kainz ein etwas anderes Outfit. „New Style“ nannte Lisbeth Schröttner die von Marianne Lazarus gestaltete Kreation mit kurzer Lederhose, Polo und Tücherl in den Farben des Stainztaler Dirndls. „Die Kombination ist selbstverständlich zu kaufen“, fügte die Moderatorin an. Keinesfalls zu kaufen waren die Präsente in Form eines Steirischen Panthers in Silber für alle Mitglieder der Frauenbewegung. Und auch die Präsente für Johann Tomberger, Johann Goigner, Johann Kölbl, Maria Kainz, Marianne Lazarus, Manuela Jakob, Sabrina Tomaschitz, Friederike Scherkl, Hermelinde Sauer, Ernst Gödl, Lisbeth Schröttner und Erna Safran entsprangen der Gesinnung ehrlichen Dankes.

Mit ebendiesem aufrichtigen Dank, dem Wunsch auf weiterhin gute Zusammenarbeit und einem Gruß zum Muttertag leitete Obfrau Erna Safran hinüber zum gemütlichen Teil mit Kulinarischem vom Gasthaus Dorfstub’n und hausgemachten Mehlspeisen der Stainztaler Frauen.

Gerhard Langmann