Im burgenländischen Neufeld erkämpfte sich die Stallhoferin Gold im Sprinttriathlon-Bewerb W45.

„Seit Dezember haben wir auf dieses Ereignis hintrainiert“, zeigten sich Claudia Müller und ihr Trainer Philipp Reiner glücklich über den Erfolg am vergangenen Wochenende. Fünf Kilo Körpergewicht weniger, ein striktes Vorbereitungsprogramm und die kluge Taktik bei 34 Grad Hitze sorgten für den ersten Staatsmeistertitel der Kindergartenbetreuerin. „Ich würde es jederzeit wieder tun“, fühlt sich die 44-Jährige noch lange nicht an ihrem Leistungszenit.

Quasi zum Einlaufen benutzte Claudia Müller den Sprinttriathlon von Wolfsberg Ende Mai. Die Bedingungen waren unwirtlich, bei acht Grad sind 750 Meter schwimmen, 18 Kilometer Rad fahren und 5 km laufen nicht sonderlich erbauend. Trotzdem: Die Zeit mit 1,22.10 Stunden passte, zumal die Wurzelhupferin in Unkenntnis der Örtlichkeit unnötige 400 Meter absolvierte.

Ganz anders präsentierte sich die Situation in Neufeld: satte 34 Grad Luft-, stolze 24 Grad Wasser und ein Teilnehmerfeld, das an Prominenz nur so strotzte. „Aber“, so hatte sie Trainer Philipp Reiner im Vorfeld aufgemuntert, Sport braucht zum Erfolg auch Mut. Und den hatte Claudia Müller ausreichend mit, als sie beim Schwimmen in der 750-m-Distanz mit 13,34 Minuten Gesamtrang 18 in die Wellen klatschte. Eine neue Situation gab es für Claudia Müller beim Zwanzig-Kilometer-Radbewerb: Das Windschattenfahren war erlaubt. „Ich habe es gut erwischt“, schaffte sie mit einer annähernd gleich starken Fahrerin mit 36,25 Minuten einen guten 33-er-Schnitt. Zum Härtetest wurde schließlich das Laufen. „Die Temperatur war extrem“, kämpfte sie sich nach 5,3 Kilometern mit 29,06 Minuten über die Ziellinie. In der Gesamtschau ergab das mit 1,21.25 Stunden nicht nur persönliche Bestleistung, sondern auch den Staatsmeistertitel in der Kategorie W45.

Der Rest des Tages in Neufeld? Relaxen und genießen, wobei die Siegerehrung mit der Überreichung der Goldplakette und dem Abspielen der Bundeshymne sich doch tief in das Gedächtnis eingebrannt hat. Am persönlichen Zeitplan hat der Erfolg nichts geändert: Die nächste Herausforderung wartet bei der Landesmeisterschaft am 5. Juli in Knittelfeld.

 

 

 

Gerhard Langmann