Bewegende Feier für die in den Ruhestand wechselnde Roswitha Maria Hansel.

Abschiedsfeier in zwei Akten: Zuerst sagten die Schüler im Turnsaal zu ihrer Schulwartin adieu, danach zelebrierte die Lehrerschaft im Konferenzzimmer den Übertritt von Roswitha Hansel in die Pension.

Als Ehrengast bezeichnete Direktor Dieter Uhl am vergangenen Mittwoch die 60-Jährige in seinem Gedicht, das sich dem Engagement der geborenen Eisenerzerin an der Schule widmete: Liebe Rosi, man muss es sagen, es ist schade, dass du gehst, wir werden dich sehr stark vermissen, weil du uns so gut verstehst. Das Verständnis war aber auch auf Seiten der Erstklässler, die das Lied vom Kuckuck zum Besten gaben und darauf – auch auf Englisch – den Frühling besangen. Die Schüler der 2. Klasse bedankten sich in einem gemeinsam vorgetragenen Gedicht für die gemeinsame Zeit und wünschten viel Glück in der Pension. Schließlich legten alle zusammen noch einen Tanz drauf: Augen und Ohren gehen nicht verloren, Ohren, Bauch und Schwanz machen einen Tanz! Der bewegend-emotionale Höhepunkt: Alle Schüler verabschiedeten sich bei Roswitha Hansel mit einer Rose.

Im Konferenzzimmer hieß es dann für die Geehrte anstoßen auf die kommende Zeit. In seinen Abschiedsworten sprach Franz Hopfgartner, Sprecher der Liste Alternative für Stainz, von einem historischen Ereignis mit einer lachenden (für die in Pension gehende Roswitha Hansel) und einem weinenden (für die Verbliebenen an der Schule) Seite. „Du hast Spuren hinterlassen“, bedankte er sich für die ordnende Art der Arbeit. Mit dem Hinweis auf die vielen gemeinsam verbrachten Stunden überreichte er der Ausscheidenden einen Blumenstrauß. „Auch wir von der Lehrerschaft haben uns etwas einfallen lassen“, schloss sich Dieter Uhl den Glückwünschen an und entbot Roswitha Hansel – mit dem Hinweis, jederzeit an der Schule willkommen zu sein – den Wunsch auf eine ruhige Zeit in der Pension.

Die ruhige Zeit wird die ehemalige Schulwartin gut brauchen können, denn ihre Jugendzeit war alles andere als angenehm. Durch den Wechsel in ein Pflegeheim verlor sie als Kind den Kontakt zu ihren vier Geschwistern. Mit 17 trat sie eine Stelle im Gasthaus Picker in Bad Gams an, wo sie nach langer Suche wieder Verbindung zu ihren Geschwistern fand. 1973 kam Tochter Roswitha zur Welt, im Jahr 1987 heiratete sie ihren Mann Franz Hansel. Ein klein wenig Pech blieb ihr auch zu Pensionsantritt nicht erspart: Durch die Falschberechnung der Marktgemeinde muss sie sieben Tage Dienstzeit nachdienen.

Gerhard Langmann